Von Sarnico bis zum Po
Der Oglio fließt 280 km lang durch die Regionen Bergamo, Brescia, Cremona und Mantua. Am Unterlauf des Flusses wurde ein Naturpark eingerichtet. Der Parco dell’Oglio Nord umfaßt den Flußlauf vom Lago d’Iseo bis nach Ostiano. Die Flußufer sind hier steil und bewaldet. Die Baumbestände bergen botanische Kostbarkeiten, die Wasserflächen und Mäander sind reich an Wasserpflanzen.
Malerische Orte an den Ufern setzen hier und da architektonische Akzente. Sehenswert ist das gut erhaltene Castello di Pumenengo mit seinen Türmen und dem charakteristischen quadratischen Hof.
Der Ort Soncino am rechten Ufer des Oglio wurde schon zu Beginn des 11. Jahrhunderts befestigt, seine Blütezeit erfuhr er jedoch erst im 15. Jahrhundert. Auf keinen Fall versäumen sollte man hier die Burg (10. Jahrhundert). Von der Zeit gezeichnet, aber deshalb nicht weniger eindrucksvoll sind die Schloßruinen in Roccafranca. Im Lantieri-Schloß in Paràtico (13. Jahrhundert) – auch dieses nur noch als Ruine erhalten – soll einst sogar der große Dichter Dante Alighieri Herberge gesucht haben.
Gaumenfreuden verspricht und hält der Provolone-Käse, der ursprünglich aus dem Süden Italiens stammt. Die Käsereien vor allem in der Region um Cremona haben es inzwischen allerdings in seiner Herstellung zu wahrer Meisterschaft gebracht.
Eine unlängst zwischen Cividino und Pontoglio entdeckte Nekropole aus der gallischen Zeit (2.-1. Jahrhundert v. Chr.) deutet darauf hin, daß sich an dieser Stelle schon unter den Römern bedeutende Festungsbauten befanden. Seit der unter Augustus eingeführten Verwaltungsstruktur des Römischen Reiches bildete der Oglio die Grenze zwischen der zehnten und elften Region, das heißt, es bedurfte hier zahlreicher Kontroll- und Verteidigungspunkte.
Industriearchäologisch interessant ist Palazzolo. Im 19. Jahrhundert, noch bevor die Lombardei Teil des neuen vereinigten Italiens wurde, gab es hier zahlreiche Seidenspinnereien.
Vom Parco dell’Oglio Nord bis zur Mündung in den Po erstreckt sich der Parco dell’Oglio Sud. Der Fluß windet sich hier zwischen hohen Dämmen durch die fruchtbaren Felder der Poebene.
Die Gegend ist stark von Menschenhand geprägt. Die Monotonie der endlos aufeinanderfolgenden Felder und der von Baumreihen gesäumten Kanäle hat zugleich jedoch auch etwas sehr Faszinierendes. Das Gebiet um Viadana ist berühmt für seinen Melonenanbau auf natürlicher Basis ohne chemische Hilfsmittel.
Geschrieben in Italien