Valcamonica

Das Valcamonica-Tal in der Nähe von Brescia lädt ein zu einem Ausflug in die Frühgeschichte der Lombardei. In dem ehemals keltisch besiedelten Gebiet zu Fuße des Adamello (3554 m) finden sich unzählige Felsgravuren, die auf 6000 v. Chr. zurückdatieren. Seit 1979 zählt die UNESCO die Gravuren zum Weltkulturerbe.

Insbesondere der Parco Nazionale delle Incisioni Rupestri di Naquane (Nationalpark der Felszeichnungen von Naquane) bei Capo di Ponte gibt einen guten Einblick in die Figurenwelt der lombardischen Prähistorie. In Tausenden von Zeichnungen werden rituelle Szenen und das alltägliche Leben jener Zeit dargestellt. Die keltische Rose, eine der typischen Felsgravuren in Form eines Kleeblattes, wurde zum Symbol für die gesamte Lombardei.

Aber auch aus späteren Epochen hat Capo di Ponte Sehenswertes zu bieten, so aus der Frühromanik (11. Jahrhundert) die Kirche des Kluniazenser-Klosters San Salvatore oder die Kirche San Siro, die mit ihrer dreifachen Apsis ein relativ frühes Beispiel dieses Bautyps vorstellt. Auf dem Weg Richtung Alpen lohnt sich ein Halt in Edolo, einem kleinen mittelalterlichen Dorf in 700 m Höhe. Der Ort ist für das Hochtal ein wichtiges touristisches und wirtschaftliches Zentrum. Die gut erhaltenen Häuser am Flußufer beschwören das Flair des Mittelalters herauf.

Der Parco Adamello, der im Jahr 1983 gegründet wurde, erstreckt sich am linken Berghang der Val Camonica entlang über eine Fläche von 51.000 Hektar. Die wunderschöne Landschaft im Zentrum der rätischen Alpen läßt sich leicht erwandern und bietet atemberaubende Ausblicke auf das Tal.

Die Wege durch den Park sind so beschaffen, daß sie auch Mountainbikern und Reitern offen stehen. Die Flora ist außergewöhnlich vielfältig; über 1400 Pflanzenarten lassen sich beobachten. Alpentypisch wiederum die Fauna: Rehe, Hirsche, Steinböcke und Murmeltiere geben sich ein Stelldichein.

Nicht zu versäumende Höhepunkte der einheimischen Küche sind vor allem die Hammelwurst der Val Camonica, der Casolet dell’Adamello, ein süßer, delikater Bergkäse, und die kleinen Käse, die sogenannten Formaggelle wie z. B. die Sorten Rosa Camuna, Fatuli und Silter, die sowohl im Tal als auch auf den Almen produziert werden und herzhaft nach Bergkräutern schmecken.

Geschrieben in Italien

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