Parco dell’Adda Nord
Der Naturpark Parco dell’Adda Nord umfasst die Flußgebiete des Adda unterhalb des Comer Sees sowie eine Reihe von kleineren Seen. Zwischen den beiden Armen des Comer Sees liegen die kleinen Seen Alserio, Pusiano und Annone, weiter südlich befinden sich die Seen Garlate und Olginate. Der Adda schlängelt sich hier an einsamen, zum Teil dicht bewaldeten Ufern entlang, passiert interessante Monumente historischer Industrie-Architektur oder Landsitze des Adels aus unterschiedlichen Epochen. Besonders reizvoll ist auch das Sumpfgebiet von Brivio, ein vollkommen naturbelassenes Biotop. In der Nähe des Olginate-Sees in Calolziocorte befindet sich die schöne Wallfahrtskirche S. Maria del Lavello.
Zeugnisse der Industrialisierung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert können entlang des Adda wie in einem architektonischen Parcours besichtigt werden: Zum Beispiel in Paderno d’Adda die Brücke San Michele, eine 266 Meter lange Eisenkonstruktion von 1889. Faszinierend auch, wie das Jugendstil-Wasserkraftwerk Taccani in Trezzo d’Adda vom Anfang des 19. Jahrhunderts in einer Achse mit dem mittelalterlichen Schloß der Visconti liegt. Ältestes Zeugnis der Industrie-Architektur ist die Anlage Velvis in Vaprio d’Adda, eine Samtfabrik aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
In Vaprio befindet sich außerdem der Renaissance-Palast Melzi. In dem am Fluss gelegen Palazzo war Leonardo da Vinci von 1506-1512 zu Gast und soll dort an seinem berühmten Codice Atlantico gearbeitet haben.
Weitere wichtige Industrie-Bauten sind die Spinnereien Molinazzo in Brivio von 1875 oder Abegg in Galarte von 1841. Ein Teil der Anlage in Galarte beherbergt heute ein Seidenmuseum.
Hervorzuheben ist das Villagio Crespi in Crespi d’Adda, ein Projekt des Baumwollindustriellen Cristoforo Crespi, heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörend. Im Stil der englischen company towns ließ Crespi ein komplexes “Industriedorf” bauen, das Wohnen und Arbeiten an einem Ort vereint.
Stärkung nach den Besichtigungen bietet die deftige Küche der Brianza. Viele Rezepte ähneln der Mailänder Küche wie etwa die Buseca, ein Gericht aus Kutteln und Bohnen, oder die Cassoeula ein Wirsing-Schweinefleisch-Eintopf. Wer die leichtere Küche bevorzugt, halte sich an den Pfeiler der lokalen Küche, den Risotto, der hier z. B. sehr gut mit Safran und Rinderbrühe schmeckt oder aber an die Polenta, zum Beispiel mit Pilzen.
Geschrieben in Italien