Naviglio Martesana und Naviglio Paderno
Der unter Francesco Sforza in nur drei Jahren 1475-1478 gebaute Naviglio della Martesana wird von den Flüssen Adda und Trezzo gespeist. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts transportierte man auf ihm unterschiedlichste Handelsgüter in Richtung Mailand und umgekehrt. In den 60er Jahren wurde der Kanal innerhalb Mailands bedeckt und darüber liegt heute eines der schicksten Quartiere Mailands, kurz Brera genannt.
Auf dem Weg nach Trezzo bieten sich vielfältige Eindrücke: Lohnenswert ist ein Halt in dem malerischen Ort Gorgonzola und an den zahlreichen Villen und Schlössern wie z. B. der Villa d’Adda Borromeo oder dem Castello Borromeo.
Interessante Beispiele lombardischer Industriearchitektur sind das Wasserkraftwerk in Taccani oder das 1878 errichtete Unternehmen Crespi d’Adda in der Nähe von Trezzo (UNESCO-Weltkulturerbe).
In Inzago sollten Sie die Schleuse im Stil Leonardo da Vincis besichtigen. Charakteristisch sind in dieser Gegend die sogenannten Fontanili, Karstquellen, die unabhängig von der Jahreszeit mit einer beständigen Temperatur von 9-13° Celsius aus der Erde sprudeln. Zu empfehlen sind Entdeckungstouren mit dem Fahrrad oder auch mit Kajak oder Kanu.
Im Naturpark Adda treffen Sie auf eine beeindruckende Vogelwelt mit Schwänen, Wildenten, Tauchenten, Wasserhühnern etc. Der Naviglio di Paderno geht auf Leonardo da Vinci zurück, der um 1500 Gast am Hof der Grafen Melzi in Vaprio an der Adda war. Auf nur 2,9 km Länge wird mit Hilfe von sechs Schleusen ein Höhenunterschied von 27,5 m überwunden. Ursprünglich sollte dieser Kanal Mailand mit dem Comer See verbinden. Die Arbeiten wurden um 1516 unter Francesco Sforza begonnen, jedoch erst nach fast 3 Jahrhunderten unter Maria Theresia von Österreich abgeschlossen. Die Einweihung fand 1777 statt.
Geschrieben in Italien