Naviglio di Bereguardo

Der Naviglio di Bereguardo wurde um 1420 durch den Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti schiffbar gemacht. Der Kanal sollte die Schlösser in Mailand, Abbiategrasso und Bereguardo miteinander verbinden.

Darüber hinaus erleichterte er bis Anfang des 19. Jahrhunderts den Transport wichtiger Handelsgüter und kostbaren Salzes von Venedig nach Mailand. Heute dient der Kanal der Bewässerung in der Landwirtschaft.

Die Gegend kann hervorragend mit dem Fahrrad besichtigt werden. Beginnen Sie in Abbiategrasso. Dort ist das Schloß der Fürstenfamilie Visconti, das Castello Visconteo, noch in Resten erhalten.

Einen Besuch lohnt aber auch die Kirche S. Maria Nuova mit einer Vorhalle im Renaissance-Stil von 1497 – das letzte lombardische Werk des berühmten Renaissance-Architekten Donato Bramante vor seiner Berufung nach Rom.

Typisch lombardische Impressionen sind die Felder säumenden Eichen und Pappeln, die Sie auf Ihrer Fahrradtour immer wieder passieren werden. Weiter kanalabwärts erreichen Sie die malerisch auf einem Hügel gelegene Zisterzienser-Abtei Morimondo. Sie erhielt ihren Namen nach dem französischen Ort Morimond, aus dem die Mönche vom Orden des Heiligen Bernhard von Clairvaux 1136 in die Lombardei kamen. Im Städtchen Bereguardo treffen Sie erneut auf ein Visconti-Schloß.

Die von einem Graben umgebene Dreiflügelanlage wurde ursprünglich zu Verteidigungszwecken errichtet, dann 1386 von Gian Galeazzo Visconti zur Sommerresidenz ausgebaut und nach dem Tod des letzten Visconti von der Familie Sforza genutzt.

In Bereguardo existiert noch eine der letzten Bootsbrücken Italiens, der Ponte di Bereguardo. Die 2001 restaurierte Brücke ist noch funktionsfähig. Derartige Brücken aus aneinander gereihten Booten ersetzten seit dem frühen 19. Jahrhundert Fähren. Die Boote aus Holz, später aus Zement oder Eisen wurden durch Taue und Seile miteinander verbunden und mittels Pfählen im Boden verankert.

Geschrieben in Italien

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