Mantua
Malerisch wird Mantua halb vom Mincio umfaßt, der an dieser Stelle drei Seen bildet, den Ober-, den Mittel- und den Untersee. Die Schönheit dieser Stadt und ihrer Kunstreichtümer lassen sich kaum bündig beschreiben. So ziemlich alle Völker haben Mantua ihr Eigen genannt, von den Etruskern über die Gallier und Römer bis hin zu den Langobarden. Ihre glorreichste Zeit hatte sie jedoch unter den Gonzaga (14.-18. Jahrhundert).
Auf Erkundungskurs begebe man sich am besten mit dem Fahrrad – beginnend vielleicht an der Piazza Sordello im ältesten Teil der Stadt. Hier imponiert vor allem der Palazzo Ducale (bestehend aus dem Palazzo del Capitano und dem Magna Domus, 13.-18. Jahrhundert), der reich mit Gemälden ersten Ranges ausgestattet ist (Pisanello, Raffaello, Mantegna). An der nicht weit entfernten Piazza delle Erbe thronen der Palazzo della Ragione und der Palazzo del Podestà (beide 13. Jahrhundert). Sehr schön ist hier auch die alte Rundkirche Rotonda di San Lorenzo (11. Jahrhundert).
Einen Meilenstein in der Architekturgeschichte bildet zweifelsohne Leon Battista Albertis S. Andrea (15. Jahrhundert) auf der Piazza Mantegna, die vielen späteren Jesuitenkirchen als Vorbild diente. Der manieristische Palazzo Tè (16. Jahrhundert) mit seiner wuchtigen Fassade wurde im Auftrag der Gonzaga von Giulio Romano erbaut.
Von der Piazza Sordello aus erreicht man über die Via S. Giorgio das am See gelegene Castello S. Giorgio (um 1400), dessen berühmte Camera degli Sposi von Mantegna meisterhaft mit Fresken ausgemalt wurde.
Voller Reichtümer steckt auch die mantuanische Küche, von der man sagt, daß sie das Erdverbundene mit dem feinen Geschmack der Gonzaga kombiniere. Ein absolutes Muß sind die mit Schmorbraten gefüllten Agnolini. Tortelli mit Kürbis- und Amarettikeksfüllung sind in Mantua das typische Weihnachtsgericht. Der Risotto alla Pilota wird mit einer würzigen Sauce aus Hackfleisch und Grana Padano zubereitet. Unumgängliches Dessert ist die Torta Sbrisolona, die man zum Essen zerbröselt.
Geschrieben in Italien