Gardasee Nord
Der namenlosen Schönheit dieses größten der italienischen Seen verfielen zahlreiche Dichter: in der Antike Vergil und Catull, später dann Goethe. Landschaftlich verbindet der Gardasee Alpines mit Mediterranem: im Norden prägen ihn steil abfallende Felswände, im Süden laufen seine Ufer in sanften Hügelketten aus, die Uferstraße Gardesana wird von Oliven- und Zitronenbäumen gesäumt.
Im Norden des Sees liegt am Fuße der wuchtigen Felshänge des Dosso di Roveri Limone del Garda. Der Ort lebte einst vom Zitronenanbau: die terrassenförmig angelegten Limonaie, die Zitronentreibhäuser, sind noch heute sein Wahrzeichen. Bei einem Spaziergang durch die verwinkelten Gassen sollte man deshalb unbedingt eine kleine Pause zum Probieren des Zitronenlikörs einlegen!
Das bis zu 600 m hoch gelegene Tremosine erreicht man über eine herrliche Panoramastraße direkt von der Gardesana aus. Von hier hat man einen einmaligen Blick über den See. In der Altstadt des Hauptortes von Tremosine, Pieve, sind liebevoll restaurierte Häuser aus dem 18. Jahrhundert zu besichtigen. Nahe Tignale liegt 691 m hoch in unvergleichlicher Lage die Wallfahrtskirche Madonna di Monte Castello aus dem 13. Jahrhundert.
Die umliegenden Hochtäler bieten – wie auch die übrigen Gebirgsausläufer im Norden des Sees – viele Gelegenheiten zum Wandern. Aber auch für Biker und Kletterer hat sich die Region inzwischen zu einem internationalen Treffpunkt entwickelt. Segler und Surfer finden im Zusammenspiel der Winde Vento und Ora optimale Bedingungen.
Im westlichen Hinterland des nördlichen Gardasees ist der Lago d’Idro einen Abstecher wert. Mit 368 m ist er der höchstgelegene See der Lombardei.
In Idro, einem schönen Örtchen mit Steinhäusern und Gärten, sind zwei alte Kirchen zu besichtigen (S. Michele und S. Maria ad Undas). Das noch etwas höher gelegene Bagolino (800 m) ist ein charakteristisches mittelalterliches Bergdorf. Neben dem traditionsreichen Karneval lockt der Bagoss hierher, ein robuster Bergkäse, der gegrillt oder auf Risotto und Pasta gerieben wird.
Geschrieben in Italien