Die Provinzen Pavia und Lodi

Der Zipfel Land zwischen den Flüssen Po und Ticino nennt sich Lomellina. Er wird beherrscht vom wechselnden Farbenspiel der Reisfelder: Im Frühling spiegelt sich in ihren Wasserflächen der Himmel, dann sprießt zartes Grün, das schließlich zu goldgelben Ähren heranreift. Der landwirtschaftliche Aufschwung der Lomellina begann im 15. Jahrhundert unter Ludovico Sforza, der auch den Reisanbau einführte. In den einheimischen Kochtöpfen findet sich der Reis als Spezialität mit Fröschen wieder, doch ist die Lomellina auch für ihre herzhaften Gänseschinken und Gänsesalami berühmt.

Auf dem Weg durch das Mosaik der Felder und entlang der Kanäle – der sich nach wie vor am schönsten mit dem Fahrrad zurücklegen läßt! – lohnt sich ein Halt in Lomello, nach dem die Lomellina benannt wurde. Die Taufkirche San Giovanni ad Fontes geht auf das 5. Jahrhundert zurück und ist damit eine der ältesten in der ganzen Lombardei.

Weiter östlich liegt das Castello di Scaldasole, dessen ältester Teil aus dem 10. Jahrhundert stammt. Dieser beeindruckende Festungsbau beherbergt in einem seiner Säle eine archäologische Sammlung mit Fundstücken von der Jungsteinzeit bis zur langobardischen Periode. Nach der Überquerung des Ticino stößt man hinter Pavia auf das Castello di Belgioioso, das seine heutige Form im 18. Jahrhundert erhielt und von großzügigen Gärten umgeben ist.

Auf der südlichen Poseite erstreckt sich das Oltrepò Pavese. Landeinwärts steigt die Ebene hier zu sanften Hügeln an, auf denen seit Jahrtausenden die Reben für den Qualitätswein und –sekt der Region wachsen. Den Feinschmecker lockt das Oltrepò zudem mit seiner langen Trüffeltradition. Sehenswert ist in Broni die reich ausgestattete barocke Kollegiatskirche (16. Jahrhundert).

Im mittelalterlich anmutenden Cigognola hat man von der imposanten Burg mit ihrem hohen, zinnengekrönten Turm (13. Jahrhundert) einen wunderschönen Blick über die lombardische Ebene und an manchen Tagen sogar bis zu den Alpen. In Montalto Pavese kann man herrlich durch den italienischen Garten der Burg (16. Jahrhundert) flanieren.

Geschrieben in Italien

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