Der Po

Der Po ist der größte Fluß Italiens und mit seinen zahlreichen Zuflüssen auch das einzig wirkliche Flußnetz der Apeninnenhalbinsel. Seine Wasser werden landwirtschaftlich, industriell, aber auch zivil genutzt.

Das immergleiche, langsame Fließen des Pos, das den unvergleichlichen Reiz der Poebene ausmacht, gewahrt der Reisende wohl am besten vom Kanu aus oder wenn er den Radwanderwegen flußabwärts folgt. Die Urbarmachung der Landstriche rechter und linker Hand des Flusses begann schon unter den Römern, wurde dann im Mittelalter von den Mönchen der großen Abteien (Nonantola, Pomposa, Chiaravalle) fortgeführt und erst im 20. Jahrhundert abgeschlossen. Die Wälder mußten weichen, um Raum zu schaffen für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung.

Neben Mais- und Zuckerrübenmonokulturen sind es vor allem die endlosen Reisfelder, die die Poebene charakterisieren. Wenn die Felder von März bis Oktober geflutet werden, entstehen geometrisch exakte Rechtecke, die von kleinen Dämmen gerahmt werden.

Unterbrochen wird diese Einförmigkeit bisweilen nur von ebenso akkurat gepflanzten Pappelreihen, die der Trockenlegung der Sümpfe dienen, aber auch schnellwachsendes Holz für die Papierindustrie liefern.

Die landschaftliche Kargheit der Poebene sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß man auch hier immer wieder auf bezaubernde kleine Städtchen, mittelalterliche Burgen und Abteien stößt. Das einfache, vom Landbau geprägte Leben symbolisiert wohl am ehesten die lombardische cascina, ein aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bestehender Bauernhof, der einsam – und oft verlassen – am Ende einer langen Pappelallee liegt.

Ihren Namen hat die „cascina“ übrigens vom lateinischen Wort für Käse, „caseum“, so daß es niemanden wundern wird, wie viele verschiedene Käsesorten die Poebene hervorgebracht hat: Neben den längst bekannten Sorten Grana Padano und Mascarpone sollte man aus der Familie der Stracchino, der cremigen Rohmilchkäse, unbedingt noch den Crescenza und den Quartirolo kosten.

Geschrieben in Italien

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