Der Parco del Ticino
Am Rand des Parks befindet sich in Somma Lombardo das Prachtschloß San Vito der Herzogsfamilie Visconti. Der Naturpark wurde 1974 als erster Regionalpark Italiens gegründet. Ziel war, den Ticino und sein herrliches Flusstal vor der fortschreitenden Industrialisierung und Bebauung in einer der dichtbesiedeltsten Gegenden Italiens zu schützen. “Entwicklung ja, aber nachhaltig”, hat man sich auf die Fahnen geschrieben. Das größte europäische Naturschutzgebiet entlang eines Gewässers umfasst 91 Hektar Fläche, die von 47 Kommunen und 3 Provinzen verwaltet werden.
Die Fläche des Parks teilt sich in 40% Flusstal – das touristisch vorrangig interessant ist und 60% Landwirtschaft vor allem mit von Pappelfeldern gesäumtem Reis- und Maisanbau.
Hier kommen Freunde eines sanften Tourismus auf ihre Kosten.
Der Park mit seiner reichen Pflanzen- und Tierwelt erschließt sich am besten zu Fuß auf den zahlreichen Wanderwegen, aber auch auf Fahrradwegen oder direkt auf dem Wasser mit dem Kanu.
Letzteres wird hier nicht in erster Linie sportlich betätigt, sondern bietet vielmehr wunderbare Gelegenheiten zur Naturbeobachtung. Im Oktober 2005 wurde ein Pilotprojekt eingeweiht, der Weg der Sinne. Gehörlose und hörgeschädigte Menschen aber auch andere Interessierte können den Park auf einem Rundweg über intensiven Sinneskontakt und spezielle Ausstellungen erkunden.
Ein weiteres Vorzeigeprojekt hat eine Herstellerinitiative im Sinne des nachhaltigen Landbaus ins Leben gerufen: eine eigene Marke Parco Ticino mit kontrollierten und biologischen Produkten. Unter anderem werden Köstlichkeiten wie Gänsesalami IGP, Käsesorten wie Grana Padano DOP, Gorgonzola DOP und Taleggio DOP, Reis der Sorten Arborio und Carnaroli sowie Maismehl oder Polenta angeboten. Die Produkte mit grünem oder blauem Logo Parco Ticino können auf Bauernhöfen oder in speziellen Läden im Naturpark erworben werden.
Geschrieben in Italien